Die Architektur des Viewers steht in Anlehnung zu den Architekturen optischer Bildbetrachter, also Film- und Diabetrachtern. Bestehen diese Geräte aus einer Lichtquelle, einer Linsenoptik und einem Bildschirm als Betrachterebene, verzichten wir beim Viewer auf Lichtquelle und Optik und nutzen diesen Bereich als Ausstellungsraum.  Der Bildebene setzen wir eine zweite im Hochformat gegenüber. Die Holzkonstruktion verbindet die beiden Ebenen zu einem Volumen, aus der Fläche entsteht Raum, der sich als schiefwinklige Form manifestiert. Die beiden Bildebenen haben kongruente Flächen mit dem Längen-Breiten-Verhältnis 3:2, was den Proportionen des 35mm-Kinofilms entspricht. Die Form des Viewers ist also Programm: Man blickt in den Viewer hinein, ohne ihn zu betreten. Das Ausstellungsprogramm führt zudem zu einem regelmässigen «Bildwechsel» und macht zeitgenössische Kunst einem grossen Publikum zugänglich.

Der Viewer wurde von Fränze Aerni, Patricia Bieder und Jürg Hugentobler konzipiert. Der Künstler Jürg Hugentobler hat den Viewer entworfen und damit ein Objekt geschaffen, das sein Interesse für Raum und Architektur reflektiert